5 Dinge, die du vor einem USA-Roadtrip wissen solltest 

Was wir gerne vor unserem USA-Roadtrip gewusst hätten

Tipps von unserem USA-Roadtrip 2023: Während unserer Weltreise sind wir zweieinhalb Wochen durch den Westen der USA gereist und haben einige Erfahrungen gemacht, die ich gerne mit dir teilen möchte. Unseren kompletten Reisebericht des USA-Roadtrips findest du hier. 

Was muss ich bei der Planung eines USA-Roadtrips beachten? 

Welche (versteckten) Kosten kommen auf mich zu?

Wie spontan kann ich bei einem USA-Roadtrip reisen? 

Welche Spar-Tipps gibt es? 

All diese Fragen möchte ich dir in diesem Beitrag beantworten.

Hinweis: Da wir die Reise mit einem Camper gemacht haben, beziehen sich diese Aussagen auch auf einen Camper-Roadtrip. Die Erfahrungen können bei einer Rundreise mit dem PKW abweichen. 

1. Strecken & Fahrzeiten

Die Entfernungen zwischen den Highlights im Westen der USA sind riesig. Wir haben einige typische Sehenswürdigkeiten in Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada besucht und dabei über 4.000 Kilometer zurück gelegt! Wenn dein Navi dir vier Fahrstunden anzeigt, kannst du locker sechs Stunden einplanen. Wir haben, um Sprit zu sparen, die meiste Zeit unseren Tempomaten auf 55 mph (knapp 90 kmh) eingestellt, zwischendurch mal angehalten und auch mal unterwegs zu Mittag gegessen. Die Vorzüge des Campinglebens genossen! 

Ein Beispiel: Für die Strecke Von Los Angeles zum South Rim des Grand Canyon gibt Google 506 Meilen und ca. 8 Stunden an, das hatte ich für eine Tagesfahrt machbar gehalten. Im Endeffekt haben wir zwei Zwischenübernachtungen gemacht, in Victorville und in Kingman. Diese haben wir auch gebraucht, zumal ab Kingman die historische Route 66 beginnt, die man ja genießen möchte. 

Plane lieber kleinere Steps und genieße die wunderschöne Landschaft, anstatt zwanghaft Kilometer „abzureißen“. Das führt nur zu Stress – und wer will schon Stress im Urlaub haben? 

USA-Roadtrip
Die Distanzen in den USA werden bei der Roadtrip-Routenplanung oft unterschätzt
USA-Roadtrip Route
Google gibt für unsere Route 1.941 Meilen an, in der Realität waren es ca. 2.300 Meilen

2. Tanken & Tankkosten

Bei unserer Reisevorbereitung für unseren USA-Roadtrip war uns zwar klar, dass wir ab und zu tanken müssen, allerdings haben wir die Menge an Benzin und die damit einhergehenden Kosten unterschätzt. Fast jeden Tag, an dem wir länger gefahren sind, mussten wir tanken. Insgesamt haben wir in 17 Tagen USA-Roadtrip 9 Mal getankt und dabei stolze 751€ (bei 3.680 Kilometern) ausgegeben!

Wenn du also einen Roadtrip durch die USA planst, solltest du neben dem Geld für den Van und die Campingplätze auch ein großzügiges Budget für Benzin einplanen!

Spar-Tipp: Vergleiche unbedingt die Preise an den Tankstellen! In fast jedem Ort haben wir 5-6 Tankstellen gesehen und diese hatten teilweise Preisunterschiede von über einem Dollar pro Gallone! Vergleichen lohnt sich sehr! Bei unserer Reise (Mai 2023) war ein guter Preis bei 3,77 USD pro Gallone (ca. 3,7 Liter).

3. Campingplätze

Campingplätze in den USA sind ein Thema für sich. Es gibt zahlreiche Apps und Internetseiten (AllStays, Park4Night, Campendem, uvm.), die Campingplätze anzeigen. Allerdings haben diese oft veraltete oder falsche Informationen und die Plätze haben oft schlechte Internetseiten. Online buchen kann man so gut wie nie, am besten rufst du an oder du fährst vorbei, um zu erfahren, ob es noch einen Stellplatz gibt. Stellplätze ohne Anschlüsse an Strom und Wasser sind in der Regel etwas günstiger, kosten aber auch mindestens 35 USD.

Wie spontan kann man reisen?

 Wir haben meistens am Tag vor der Ankunft oder am Tag selbst einen Campingplatz reserviert, die Plätze hatten auch immer noch etwas frei. Ausnahme: Den Mather Campground am Grand Canyon hatte ich Monate vor der Reise reserviert, da er sehr begehrt ist. Zu unserem Reisezeitpunkt (April/Mai 2023) war er komplett ausgebucht. Das würde ich dir für alle Campingplätze in der Nähe von beliebten Attraktionen auch empfehlen.

Tipp: Nutze Google Maps und gib als Suchbegriff „rv park“ in dem Bereich, in dem du suchen willst, ein. Die Google Bewertungen sind ziemlich verlässlich. Bitte bewerte auch die Campingplätze auf denen du warst, die Community freut sich über aktuelle und verlässliche Bewertungen! Sowohl für Camper als auch für Campingplätze sehr wichtig.

Mather Campground, USA-Roadtrip
Mather Campground am Grand Canyon

Wildcampen ist in den USA übrigens nicht erlaubt! Du kannst in National Forest (Achtung: nicht National Parks zB Grand Canyon etc.) an Straßenmündungen in der Nähe der Hauptstraße wohl stehen. Wir haben es nicht ausprobiert, aber vielleicht ist es für dich ja eine Option. 

Über die App Campendium haben wir eine Nacht in der Nähe von Barstow mitten in der Wüste gecampt, auf dem sehr abgeschiedenen „Owl Canyon Campground„, es war wunderschön. Solche Plätze kosten dann auch nur 6 USD. 🙂 

Owl Canyon Campground, USA-Roadtrip
Owl Canyon Campground bei Barstow, USA

4. Walmart

Die Supermarktkette Walmart hat in fast jedem größeren Ort eine Filiale. Hier kannst du gut und günstig einkaufen und es gibt kostenloses WLAN! 😉 Außerdem gibt es Walmart-Parkplätze, auf denen man über Nacht stehen darf. Teilweise sind sie in Camping-Apps als kostenlose Parkplätze angegeben. Wir würden dir aber trotzdem empfehlen, immer bei dem Markt-Manager nachzufragen, ob „Overnight Camping“ erlaubt ist. Bei manchen Parkplätzen steht direkt „Overnight Camping forbidden“, da musst du natürlich gar nicht erst fragen.  Wenn es erlaubt ist, gilt es als fair, dass du als Dankeschön bei Walmart einkaufen gehst. 

Wir haben in Page, Arizona auf dem Walmart Parkplatz übernachtet und uns dort sehr wohl gefühlt. Es waren einige andere Camper dort. Der Walmart war von 6:00 Uhr bis 23:00 Uhr geöffnet, dort konnten wir auch auf Toilette gehen oder noch mal schnell etwas einkaufen! 

5. Nationalparks und „America the Beautiful“ Pass

Die Nationalparks sind mitunter die Highlights eines USA-Roadtrips. Einmal den Grand Canyon sehen, durch das Yosemite Valley wandern oder den Bryce Canyon besuchen? Erlebnisse, die deine USA-Reise zu etwas Besonderem machen. 

Auch bei den Nationalparks kannst du jede Menge Geld sparen. Wir haben den „America the Beautiful Annual Pass“ gekauft. Er kostet 80 USD, ist ein Jahr gültig und gilt für ein Fahrzeug mit maximal 4 Personen. Die Eintritte in die Nationalparks kosten in der Regel 35 USD pro Fahrzeug, sodass du schon ab dem Besuch von drei Nationalparks Geld sparst! Einen ausführlichen Beitrag zum America the Beautiful Annual Pass findest du hier. 

Was kostet ein USA-Roadtrip?

Alles in allem haben wir für unsere 17 Tage Roadtrip – und wir haben sehr sparsam gelebt – zu zweit 4.606 Euro bezahlt, das sind stolze 271 Euro pro Tag! Ganz schön viel Geld. Wir haben ausschließlich selber gekocht, keine Souvenirs gekauft und keine bezahlten Ausflüge unternommen. Die USA sind einfach ein teures Reiseland. Aaaaber: Wir sind trotzdem froh, den USA-Roadtrip gemacht zu haben! Er hat für uns einige Herausforderungen bereit gehalten, von einem klapprigen, alten Campervan über den gesperrten Highway Number One, anfangs schlechtem Wetter und hohen Kosten, aber wir sind an diesen Herausforderungen gewachsen. Besonders die verschiedenen Nationalparks und Las Vegas haben viel wieder gut gemacht! 

Genieße trotzdem deinen USA-Roadtrip 🙂

… denn du bist nur ein Mal hier! Und sich über Kosten zu ärgern, vermiest nur den wohl verdienten Urlaub. Das Zauberwort ist wohl „Erwartungsmanagement“. Wenn du weißt, was auf dich zukommt, kannst du besser mit der Situation umgehen. Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag bei der Planung deines USA-Roadtrips hilft und du die Zeit genießen wirst, denn sie ist es wert! Wir sind dankbar für all die Erfahrungen, die wir hier machen durften und die wunderschönen Orte, die wir im Westen der USA gesehen haben. 

USA-Roadtrip
Durch Weinberge und grüne Hügellandschaften fahren, das sind auch die USA

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