Costa Rica – Hochland und Vulkane

Costa Rica ist ein sehr vielfältiges Reiseland, mit sieben Klimazonen, teilweise noch aktiven Vulkanen, zwei Küsten und zahlreichen Nationalparks. Das zentrale Hochland und die Vulkane haben sehr viel zu bieten und gerade für Natur- und Actionliebhaber ist die Region spannend. Wir haben auf unserem dreiwöchigen Roadtrip folgende Regionen gesehen: 

La Fortuna und Vulkan Arenal

La Fortuna ist einer der Spots, die auf jeder Costa Rica Rundreise angefahren werden, und das zurecht! Es gibt zahlreiche Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten rund um den Vulkan Arenal, die sehr sehenswert sind. La Fortuna hat einen zentralen Platz mit einer Kirche, Restaurants, Tourenanbietern und Souvenirläden. Der Ort ist wirklich klein und man merkt, dass es hier außer Hotels und touristischen Dienstleistern eigentlich nicht wirklich viel gibt. Jedenfalls nicht innerhalb des Ortes. In der Umgebung allerdings gibt es unglaublich viele wunderbare Highlights in grüner, satter Natur. Von überall siehst du den kegelförmigen Vulkan Arenal. Die Spitze ist meistens von Wolken bedeckt – wir hatten Glück und haben recht viel vom Vulkan gesehen. 

Unterkunft La Fortuna

Wir haben für ca. 30 Dollar p.P./Nacht im Campos Arenal Hotel La Fortuna übernachtet, inklusive Frühstück ist das ein wirklich guter Preis. Die Anlage ist recht neu und mit sehr viel Liebe gestaltet, ein Pool und großzügige Zimmer mit Veranda sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Vom Garten hat man einen wunderbaren Blick auf den Vulkan Arenal. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und wir genießen die 3 Nächte hier sehr.

Vulkan Arenal und Hotel La Fortuna, Costa Rica

Was kann man in La Fortuna erleben?

Was kann man in La Fortuna erleben? Die Reiseführer reichen von Wanderungen über Coffee-Tours bis hin zu Rafting- oder Ziplining-Aktivitäten. Da unsere Zeit auf unserem dreiwöchigen Costa-Rica-Roadtrip begrenzt war, mussten wir wählen, was wir denn machen möchten.

#1 Hot Springs La Fortuna

Der immer noch aktive Vulkan Arenal speit zwar seit 2010 kein Lava mehr, trotzdem kann man in der ganzen Region sehen und teilweise sogar spüren, dass er eben doch noch aktiv ist. Woran? An den heißen Quellen! Die heißen Quellen sind ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische. Entlang der Ruta 142, die von La Fortuna aus nördlich entlang des Vulkans bis zum Arenal-See führt, stehen zahlreiche Hotels, die auch Tagesbesuchern ein Bad in den heißen Naturquellen ermöglichen. Hier sind dem Anspruch an Luxus keine Grenzen gesetzt. 

Da wir uns aber lieber in der unberührten Natur bewegen, fahren wir an allen Hotels vorbei und gelangen zu den öffentlichen Quellen. Und ich muss sagen: das ist eine sehr gute Entscheidung. Die öffentlichen Quellen (kostenlos) sind einfach wunderschön. Im warmen Wasser mitten im Fluss sitzen, ins grüne Blätterdach schauen, Kolibris beobachten und die Seele baumeln lassen. Vom Eingang zum Fluss laufen wir ca. 5 Minuten flussabwärts und haben unser eigenes kleines geschütztes Becken, in dem wir ca. eine Stunde verbringen. Es beginnt, zu dämmern, wahrscheinlich ist es tagsüber wesentlich voller. Am frühen Abend aber sehen wir nicht viele andere Leute. 

Da wir unsere Handys im Hotel gelassen haben, gibt es hierzu leider keine Fotos… manche Dinge behält man eben lieber im Herzen. 

#2 Don Juan Coffee and Cacao Tours

Don Juan Coffee Tours, La Fortuna, Costa Rica

Wer an Kaffee und Schokolade und deren Herstellung interessiert ist, ist hier genau richtig. Wir haben eine zweistündige Tour gemacht, die erste Stunde ging es um Kaffee und die zweite um Kakao. Sowohl bei der Kaffee- als auch bei der Kakaoführung haben wir viel gelernt und durften Kaffee und Schokolade probieren. Sogar unsere eigenen Schokoladenriegel haben wir mit verschiedenen Zutaten herstellen dürfen, das war schon ziemlich cool! 🙂 

Costa Rica ist kein Massenexporteur für Kaffee, es gibt vergleichsweise kleine Kaffeebauern. Hier wird ausschließlich Kaffee der Sorte „Arabica“ angebaut. Aufgrund der zahlreichen Vulkane im Costa-Ricanischen Hochland ist die Erde sehr fruchtbar und die klimatischen Bedingungen für den Kaffeeanbau sind hier perfekt. Außerdem sind hier viele Kakaobäume zu finden. Besonders faszinierend finde ich, wie schnell aus einer Kakaoblüte eine reife Kakaofrucht wird. In der Kakaofrucht wachsen die Kakaobohnen, umhüllt von einer glitschigen, sehr süßen Schicht Fruchtmus. Nach dem Pflücken werden die Bohnen aus der Frucht geholt, fermentiert, getrocknet, gemahlen und dann erst mit Zusatzstoffen gemischt. Es ist wirklich toll, die Entwicklung vom Baum bis zum fertigen Produkt zu sehen. 

Die 2-stündige Tour kostet knapp 40 Dollar pro Person und ist damit natürlich vergleichsweise teuer, aber definitiv ihr Geld wert. Unser Guide Maria war sehr nett, kompetent, hat sehr ausführliche Informationen gegeben und die gesamte Anlage ist super aufbereitet. 

Da in La Fortuna selbst aufgrund der niedrigen Höhenlage kein Kaffee angebaut wird, hätte ich die Tour rückblickend eher in Monteverde gemacht, dort, im Hochland Costa Ricas findet der Anbau statt. Wer keine Zeit für Monteverde hat, kann aber alle wichtigen Informationen auch in La Fortuna bekommen. Diese Tour würde ich sofort wieder machen und kann sie zu 100% weiterempfehlen!

#3 La Fortuna Cataract

Was eigentlich zunächst als ein kleiner Zwischenstopp geplant war, hat sich kurze Zeit später als wahres Highlight entpuppt. In einer derart grünen und fruchtbaren Region im Hochland können Wasserfälle nicht fehlen. Zunächst sehen wir den „La Fortuna Cataract“ aus weiter Ferne aus einem grünen Blätterdach in die Tiefe stürzen, ca. 500 Treppenstufen weiter stehen wir am Becken, in dem die Wassermassen ankommen. Entlang des Weges nach unten gibt es kleine Schilder mit Erklärungen zu Flora und Fauna. 

Wer mag, kann in dem klaren Fluss, der vom Wasserfall gespeist wird, schwimmen gehen, allerdings ist das Wasser seeehr kalt. Wahre Wassernixen kann das natürlich nicht abhalten. 😉 Wir entdecken blaue Morpho-Falter, Kolibris, Fische und Vieles mehr. 

#4 Mistico Arenal Hanging Bridges Park

Der Hanging Bridges Park ist eine der schönsten Aktivitäten, die wir in drei Wochen Costa Rica gemacht haben. Wenn ich mich auf eine Reise vorbereite, gibt es einige Dinge, die ich unbedingt machen will (der Rest ergibt sich eh während der Reise), die Hängebrücken waren eine dieser „will-ich-unbedingt-machen-Aktivitäten“!

Durch die Baumkronen wandern, Lianen, bunte Blumen, Farne… der Nationalpark des Arenal Vulkans hat eine unfassbar vielseitige, abwechslungsreiche Natur zu bieten, von den Hängebrücken kann man wunderschöne Ausblicke über den Nationalpark genießen. Hier spüren wir auch am eigenen Leibe den „Regen“wald..! Innerhalb von wenigen Minuten sind wir pitschnass, was unserer Freude am schönen Nationalpark aber natürlich keinen Abbruch tut. 

Für den Park solltest du auf jeden Fall festes Schuhwerk tragen, die Hängebrücken sind, wenn sie nass sind (was ja wie beschrieben sehr wahrscheinlich ist), sehr glitschig. Das Betreten des Parks mit Flip Flops etc. ist nur auf eigene Gefahr gestattet, dann muss man tatsächlich auch eine Erklärung am Eingang unterschreiben, dass der Park nicht für Unfälle haftet. 

 

Mistico Park Vulkan Arenal, Costa Rica

#5 La Fortuna Wanderungen

Da mich in La Fortuna eine heftige Mandelentzündung plagt, verzichten wir darauf, eine Wanderung zu machen. Leider! Aber manchmal sollte man eben doch mal vernünftig sein… 😉 

Rund um den Vulkan Arenal gibt es zahlreiche schöne Wanderwege, bei denen man wohl Lavaströme und wunderschöne Natur sehen kann, es gibt kurze und längere Touren mit verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Wenn ich fit gewesen wäre, hätte ich sehr, sehr gerne die ein oder andere Wanderung gemacht, die Bilder, die man so in anderen Blogs sieht, sehen wirklich toll aus.

Zentrales Hochland: Monteverde Nebelwald

Der Monteverde Nebelwald ist eine der berühmtesten Attraktionen des Hochlands von Costa Rica und wirklich wunderschön. Im kleinen Bergdorf Santa Elena verbringen wir zwei Nächte, rückblickend hätte man hier sicherlich noch mehr Zeit verbringen können, es gibt viel zu entdecken! Die Anfahrt nach Santa Elena ist strapaziös, es geht über eine nicht enden wollende Schotterstraße zahlreiche Kurven den Berg hinauf. Wir sind uns nicht sicher, ob wir ohne unseren 4×4 Wagen überhaupt angekommen wären. Endlich am Ziel, genießen wir den frischen Wind, der nach der trocken-heißen Nicoya-Halbinsel eine Wohltat ist. 

Unterbringung Monteverde

Wir übernachten zwei Nächte im „Monte Fresco Boutique Hostel“ in Santa Elena, ein kleines, einfacher Hostel. Unser Zimmer ist schlicht, es  gibt ein Gemeinschaftsbad und leckeres Frühstück. Die Mitarbeiter an der Rezeption sind super nett und statten uns mit zahlreichen Tipps und Angeboten zu Ausflügen aus, von Wanderungen über Ziplining oder Nachtwanderungen ist Alles dabei. 

Aktivitäten Monteverde: #1 Ziplining

In drei Wochen Costa Rica Rundreise haben wir zahlreiche schöne Tage und gerade im Hochland erleben wir sehr viel, ich kann aber mit Sicherheit sagen: Das Ziplining ist mein absolutes Highlight der Reise! 

Es gibt in Monteverde viele Anbieter zum Ziplining, einige bieten darüber hinaus noch Seilbahnfahrten, Bungee Sprünge uvm an, wir sagen uns aber „Ach, kein Schnickschnack“ und entscheiden uns für den „Selvatura Adventure Park“. Der Eintritt kostet 50 USD pro Person, das Preis-Leistungs-Verhältnis rechtfertigt den Preis. 

In einer kleinen Gruppe geht es los in den Park, mit netten Guides, die uns die ganze Zeit begleiten. Sie haken uns ein, schicken uns los, nehmen uns in Empfang und vermitteln ein gutes Gefühl der Sicherheit, damit wir die Tour in vollen Zügen genießen können. 

Durch die grünen Baumkronen zu fliegen, den Wind in den Haaren, das Gefühl von uneingeschränkter Freiheit verspüren… man kann es nicht in Worte fassen und kein Bild kann wiedergeben, wie beeindruckend dieses Erlebnis ist. In 16 Seilbahnen geht es durch den unberührten Nebelwald, zwischendurch sind drei kurze Fußmärsche zu laufen, sodass wir den grünen Wald auch noch „von unten“ sehen. 

Die beiden längsten Ziplines (750 Meter und 1000 Meter) fliegt man zu zweit, da man sonst am Ziel wahrscheinlich nicht ankommen würde. So werden unsere Klettergurte kurzerhand aneinander gebunden uns los geht es. Bei den beiden längeren Ziplines hat man vergleichsweise viel Zeit, die Umgebung zu beobachten und wir sind dankbar, dass wir dieses einmalige Erlebnis miteinander teilen können. Denn: Geteilte Freude ist doppelte Freude! 

#2 Jardín de Orquídeas Monteverde

Hast du schon mal eine Orchidee gegessen? Meine Antwort war direkt „nein!“. Schnell wurde ich eines besseren belehrt, denn auch die allseits beliebte Vanille ist eine Orchidee. 

Der kleine Orchideengarten in Monteverde kann nur mit einer einstündigen Tour besucht werden, der Eintritt kostet 10 USD pro Person. Im Garten blühen ca. 600 Orchideen in den unterschiedlichsten Farben und Größen, jedoch wären uns ohne die Führung sicherlich einige Orchideen und interessante Facts rund um die schönen Pflanzen entgangen. Für einen Nachmittagsausflug kann ich den Garten sehr empfehlen. Es gibt auch noch einen Schmetterlingsgarten in Monteverde, dafür hat uns aber leider die Zeit gefehlt. 

#3 Don Juan Coffee and Cacao Tours, die 2.

Dieser Titel kommt dir bekannt vor? Richtig. Den gab es in La Fortuna schon. Ich möchte die Don Juan Coffee and Cacao Tours hier trotzdem noch einmal erwähnen, da man auch hier die Tour machen kann. 

Monteverde liegt auf ca. 1200-1700 m ü.d.M. und eignet sich daher hervorragend für den Kaffeeanbau. Hier kann man auch die Kaffeeplantagen besuchen, daher würde ich die Tour hier eher empfehlen, als in La Fortuna. 

Zentrales Hochland: Vulkan Irazú

Ein weiteres Highlight Costa Ricas Hochlands ist der Vulkan Irazú. Der Vulkan Irazú liegt auf dem Weg von San José nach Puerto Viejo und eignet sich daher perfekt als Zwischenstopp in Richtung Karibik. Über zahlreiche Serpentinen schlängeln wir uns den Berg hinauf, bis auf 3.432 Höhenmeter. Der höchste Vulkan Costa Ricas hat einen großen Krater und von oben hat man einen wunderbaren Blick über das Umland. Bei klarer Sicht kann man wohl sowohl die Atlantik- als auch die Pazifikküste sehen. In der Regenzeit füllt sich der Krater mit Wasser, sodass ein kleiner Kratersee entsteht. Wir sind im Februar dort, also in der Trockenzeit, daher leider kein Kratersee für uns… trotzdem ist der Vulkan ein großartiger Stopp, da man auf andere Costa-Ricanische Vulkane nicht ohne weiteres fahren kann. 

Nicht unterschätzen sollte man die Höhe, und vor allem die Höhensonne. Wir sind direkt nach der Landung in San José zum Irazú gefahren und auf knapp 3.500 m merkt man deutlich, dass das Herz schneller pumpen muss. Daher: viel trinken, langsam bewegen. Und: Sonnenschutz nutzen! Wir dachten uns „ach bei der Dreiviertelstunde brauchen wir keinen Sonnenschutz.“ Zack, da hatten wir den ersten Sonnenbrand. 

Vulkan Irazú im zentralen Hochland, Costa Rica
Vulkan Irazú im zentralen Hochland, Costa Rica

So, das waren meine Reisetipps für das Hochland und die Vulkane Costa Ricas, weiter geht es mit der Karibik. Klicke hier für den Blogpost zur Karibik. Sei gespannt! Bis dahin, bleib‘ gesund und lass‘ dich nicht von Corona ärgern. 🙂 

Alles liebe

Leo

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