Nicaragua-Rundreise: 19 Tage, 5 Orte

Willkommen im Land der Seen und Vulkane

Was kann man in zweieinhalb Wochen in Nicaragua erleben? In diesem Beitrag zeige ich dir unsere Route und Highlights unserer 19-tägigen Rundreise durch Nicaragua. Nicaragua war für uns ein einziges Abenteuer mit zahlreichen Highlights. Wir haben uns hier unglaublich wohl gefühlt und das Land nicht nur kennen, sondern auch lieben gelernt. Nicaragua besticht mit beeindruckenden Vulkanen, kolonialen Städten, weiten Pazifikstränden und einem heiteren Lebensgefühl. 

Nach vier Wochen in Costa Rica wussten wir nur grob, was uns in Nicaragua erwartet. Der erste Eindruck: Es ist deutlich trockener, als in weiten Teilen Costa Ricas. Neben dem landschaftlichen ersten Eindruck fielen uns zunächst die sogenannten „Chicken Busse“ auf, das sind ausgemusterte amerikanische Schulbusse, die in Nicaragua für den öffentlichen Verkehr genutzt werden. Hinter der Grenze erwartete uns außerdem ein Trubel aus Straßenverkäufern, Sim-Karten-Anbietern und lauter latino-Musik. In Nicaragua hört man ohnehin aus vielen Geschäften und Restaurants Musik, die ein fröhliches Lebensgefühl vermittelt.

Für uns ist Nicaragua übrigens nicht nur das Land der Seen und Vulkane, sondern auch das Land der romantischen Sonnenuntergänge. 😀

Nicaragua Rundreise: Unsere Route

Unsere 19-tägige Reise durch Nicaragua konzentrierte sich auf den Westen des Landes, von der Grenze Costa Ricas bis nach León. Der Westen Nicaraguas ist der wirtschaftlich erfolgreichste und damit auch der bevölkerungsreichste Teil des Landes. 

Touristisch bekannte Ziele, die wir ausgelassen haben, sind Peñitas an der Pazifikküste westlich von León, Matagalpa im Norden des Landes und die Corn Islands in der Karibik. Da wir über Ostern gereist sind, wurde uns von Las Peñitas abgeraten, weil viele Locals dort über die Feiertage sind und es dementsprechend voll sein sollte (was uns von anderen Reisenden im Nachhinein bestätigt wurde). 

Die Corn Islands in der Karibik sind aufgrund ihrer Abgeschiedenheit (allein 6h Fährfahrt ab Bluefield) für uns nicht in Frage gekommen, wir haben aber sehr viel Gutes darüber gehört. Wer die Zeit hat und für paradiesische Strände und Schnorchel-/Tauchgänge zu begeistern ist, ist auf den Corn Islands bestens aufgehoben. Die Anreise ist per Flug ab Managua möglich (aktuell ca. 140€ hin & zurück) oder per Bus ab Managua (knapp 30h Reisezeit, ca. 30€). 

Nicaragua-Rundreise Route
Route unserer Rundreise durch Nicaragua

Nicaragua Rundreise Tag 1: Einreise aus Costa Rica

Die Einreise nach Nicaragua, wo fange ich an? Bei unserer Drohne. Die Nutzung einer Drohne sowie die Einfuhr einer Drohne nach Nicaragua ist untersagt. Also haben wir uns frühzeitig nach einer Lagermöglichkeit in Liberia, unserem letzten Ort in Costa Rica vor der Grenze, erkundigt. Die Auskunft: „Klar, für 1USD pro Tag könnt ihr ein Schließfach mieten“. Als wird dann in Liberia ankamen, hieß es auf einmal, dass sie ja nur drei Schließfächer haben und keins für 2 1/2 Wochen vermieten können. Diskussionen halfen nichts, auch dass wir schriftlich eine andere Aussage erhalten hatten, brachte nichts. Also mussten wir uns entscheiden, ob wir entweder direkt in Costa Rica bleiben, oder ob wir es mit der Drohne über die Grenze versuchen. Wir haben uns dann dazu entschieden, es zur probieren, zur Not hätten wir an der Grenze zurück gemusst. Die Fahrt zur Grenze und der Grenzübergang waren dadurch für uns sehr nervenaufreibend. Aber es ging erstaunlicherweise sehr reibungslos, an der Grenze hat sich niemand wirklich für unser Gepäck interessiert, während es über das Gepäckband lief. Von anderen Reisenden haben wir allerdings gehört, dass sie ihre Rucksäcke auspacken mussten. Wir haben Glück gehabt. 

So sind wir mit einem breiten Grinsen im Gesicht nach Nicaragua eingereist und unser Abenteuer konnte starten! 

Die erste Nacht in Nicaragua haben wir in Rivas verbracht, von wo die Fähre nach Ometepe fährt. Wir hatten hier außerdem so herzliche Gastgeber, dass es sich allein für diesen Kontakt gelohnt hat, in Rivas zu übernachten. 🙂

Herzliches Willkommen in Rivas 🙂

Nicaragua Rundreise Tag 2 - 5: Ometepe

Auf Ometepe hatte ich mich bereits seit Monaten gefreut und die Erwartungen auf die Zeit waren groß. Und Ometepe hat uns nicht enttäuscht! Wir hatten 4 wunderbare Tage auf Ometepe und es hätten durchaus noch 2-3 Tage mehr sein können. Unsere Unterkunft lag direkt am Nicaraguasee mit traumhaften Sonnenuntergängen und sehr netten Gastgebern. Wir haben uns Roller gemietet und die Insel erkundet, waren wandern und schwimmen und haben die Zeit in vollen Zügen genossen. Hier findest du einen ausführlichen Bericht über unsere 4 Tage auf Ometepe sowie die Top 10 Aktivitäten auf Ometepe. 

Vulkan Concepción auf Ometepe
Vulkan Maderas auf Ometepe

Nicaragua Rundreise Tag 6 - 8: León

Von Ometepe sind wir in einem nicht enden wollenden Reisetag nach León gereist: Fähre von Ometepe nach San Jorge – Taxi nach Rivas – Bus nach Managua – Busterminal-Wechsel innerhalb Managuas – Bus nach León und dann noch 2,5 Kilometer zum Hostel laufen.

León ist eine Universitätsstadt und ehemalige Hauptstadt Nicaraguas, die heute vor allem für ihre weiße Kathedrale (die größte in Mittelamerika) bekannt ist. Die „Real Basílica Catedral de la Asunción de la Bienaventurada Virgen María“ wurde 1860 fertiggestellt und beeindruckt vor allem durch ihre komplett weiße Fassade. Besonders beliebt ist es, den Sonnenuntergang von den Dächern der Kathedrale zu beobachten, ein Highlight jeder Nicaragua-Rundreise! Da wir über die Ostertage in León waren, konnten wir leider nicht auf das Dach – schade, aber so ist es nunmal. 

Empfehlenswert ist die Free Walking Tour in León. Wir haben viel über die Geschichte, Kultur und Revolution Nicaraguas gelernt, historische Orte in León besucht und uns mit dem Guide durch die Marktstände des Mercado Central probiert. 

León, Nicaragua
Real Basílica Catedral de la Asunción de la Bienaventurada Virgen María, León

Volcano Boarding auf dem Cerro Negro

In León wartete ein Nicaragua-Highlight auf uns: Volcano Boarding auf dem Cerro Negro („schwarzer Hügel“). Der Cerro Negro ist ein aktiver Vulkan, der theoretisch jederzeit ausbrechen könnte, aufgrund seiner Beschaffenheit sollen Ausbrüche aber gut vorhersagbar sein. Zuletzt ist er 1999 ausgebrochen. 

Die Fahrt zum Cerro Negro dauert ab León eine knappe Stunde und als wir den schwarzen Berg in der sonst grünen Umgebung erspäht haben, war ich zugegeben etwas aufgeregt. Der Weg auf den Vulkan mit dem Board unter dem Arm war anstrengend, der Blick in den Krater und die Umgebung dafür sehr beeindruckend. Um den Cerro Negro herum ist ein Lava-Kreis entstanden, der ganz langsam von einigen Büschen besiedelt wird. 

Das Volcano Boarding selbst hat sehr viel Spaß gemacht, du rast auf einem Holzbrett eine max. 46%-ige Steigung hinab und hast einen grandiosen Ausblick! Ein besonderer Moment unserer Weltreise, den wir nie vergessen werden.

Volcano Boarding auf dem Cerro Negro
Ein Highlight unserer Nicaragua-Rundreise: Volcano Boarding auf dem Cerro Negro
Ausblick vom Cerro Negro, León
Ausblick vom Cerro Negro

Tipp: Buche die Sunset Tour. Sie beginnt um 16:00 Uhr und ein Teil der Wanderung auf den Cerro Negro war bereits im Schatten. Der Sonnenuntergang war auch wunderschön und das Lagerfeuer (und die ein oder andere Rum-Cola 😉 ) haben den Tag perfekt gemacht.

Die Tour haben wir mit Volcano Day  gemacht und waren sehr zufrieden damit. Für 35 USD gab es neben dem Volcano Boarding einen Transfer, Getränke, Snacks, ein T-Shirt, Lagerfeuer am Vulkan und Abendessen. 

Sonnenuntergang am Cerro Negro, Nicaragua
Sonnenuntergang am Cerro Negro, León

Nicaragua Rundreise Tag 9 - 12: Granada

Weiter ging es nach Granada, ebenfalls einstige Hauptstadt Nicaraguas. Zwischen León und Granada bestand eine lange Rivalität um den Sitz der Landeshauptstadt, weshalb 1858 Managua Hauptstadt von Nicaragua wurde. Granada hat uns von allen Städten in Nicaragua am besten gefallen mit vielen kolonialen, bunten Gebäuden, einer schönen Promenade am Nicaraguasee und den Kirchen, die das Stadtbild prägen. Da Nicaragua sich in einer seismisch aktiven Region befindet, dürfen Häuser nicht mehr als zwei Stockwerke haben. 

Tipp: Schaue den Sonnenuntergang auf der Kirche „Iglesia de la Merced“ (Eintritt: 35 Cordoba oder 1 USD p.P.), von hier hast du einen wunderbaren Ausblick auf die untergehende Sonne, die gelbe „Catedral de Granada“, den Vulkan Mombacho und den Nicaraguasee. 

Granada, Nicaragua
Blick von der Iglesia de la Merced über Granada
Iglesia de la Merced bei Sonnenuntergang

Must-Do in Granada: Masaya-Vulkan

Ein weiteres Highlight ist der Vulkan Masaya in der Nähe von Granada: Der aktive Vulkan befindet sich inmitten der sechs mal elf Kilometer großen Masaya-Caldera mit drei Kratern. In einem der Krater kann man in der Dunkelheit die Lava brodeln sehen – ein einmaliges Ereignis. In der Sprache der Nahuatl, der Ureinwohner, wird der Masaya „Popogatepe“ genannt, das bedeutet „brennender Berg“. Überlieferungen zufolge wurden hier, um die Götter zu beschwichtigen, auch Menschenopfer gemacht und in der Zeit der Somoza-Diktatur politische Gegner in den Vulkan geworfen. Genaue Zahlen gibt es dazu aber nicht. Allgemeinhin wird der Masaya von den Nicas als „Tor zur Hölle“ bezeichnet. Der Vulkan ist also nicht nur ein beeindruckendes Naturschauspiel, sondern auch politisch und kulturell bedeutend für Nicaragua. 

Wir sind von unserem Hostel mit einer Tour (22 USD p.P. inkl. Eintritt in den Masaya Nationalpark) zum Masaya gefahren. Der Sonnenuntergang hinter den Dämpfen des Vulkans ist sehr beeindruckend und die fruchtbare Natur auf dem Vulkan ist wunderschön. Mit dem Wissen, dass es sich um einen aktiven Megavulkan handelt, habe ich mich nicht zu 100% wohl gefühlt, aber das Naturschauspiel war sehr, sehr beeindruckend. 

Alleine waren wir allerdings nicht – für ein Foto vom Krater in der Dunkelheit musste man sich wirklich durchboxen… 🙂 Es hat sich trotzdem sehr gelohnt. 

Masaya Vulkan Nicaragua
Sonnenuntergang über dem Masaya-Vulkan
Masaya Vulkan Nicaragua
Lava im aktiven Masaya Vulkan im Dunklen

Laguna Apoyo

Außerdem sehenswert in Granada ist die Apoyo Lagune. Der bis zu 250 Meter Tiefe Kratersee liegt direkt neben Granada und ist ein beliebtes Naherholungsziel der Region. Öffentliche Badeplätze gibt es leider nicht, man kann in fast jedem Restaurant, Hotel oder Resort aber Tagespässe kaufen, um in der Lagune baden zu gehen.

Vom Mirador de Catarina (50 ct Eintritt p.P.) genießt du einen herrlichen Ausblick auf die Laguna Apoyo, Granada, den Nicaraguasee und den Vulkan Mombacho! 

Wir haben in Granada einen Tagesausflug zum Markt nach Masaya gemacht, von dort sind wir zum Mirador de Catarina gefahren und wieder zurück nach Granada. Du kannst dich hier einfach herrlich treiben lassen und die lebendige Atmosphäre Nicaraguas genießen! 

Apoyo Lagune, Nicaragua
Laguna Apoyo vom Mirador de Catarina, Granada

Nicaragua Rundreise Tag 13 - 18: San Juan del Sur

Nach den aufregenden und actionreichen letzten Wochen haben wir uns nach ein paar Tagen Entspannung gesehnt, die wir in San Juan del Sur auch bekommen haben. Das lag vor allem an unserer wunderbaren Unterkunft „Buena Onda Backpackers“, von der wir einen herrlichen Ausblick auf die Bucht von San Juan Del Sur genossen haben. 

San Juan del Sur gilt mit seinen umliegenden Buchten als Surferhotspot in Zentralamerika, außerdem wird hier Yoga angeboten und das Lebensgefühl hier ist sehr entspannt. Hier haben wir sechs Nächte verbracht und die Eidnrücke der letzten Wochen sacken lassen. 

San Juan Del Sur, Nicaragua
Bucht von San Juan del Sur
San Juan Del Sur, Nicaragua
Blick von unserem Hostel "Buena Onda" über San Juan del Sur

Nicaragua Rundreise Tag 19: Ausreise aus Nicaragua

Morgen geht es mit dem Bus für uns zurück nach Costa Rica, hoffen wir mal, dass die Ausreise nicht so aufregend wird, wie die Einreise… 😉

Wir werden nun noch einige Tage in La Fortuna verbringen, bevor wir nächsten Sonntag nach sieben Wochen wieder in ein Flugzeug steigen. San Francisco, wir kommen! 

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