Weltreise-Blog #14: 10 Dinge, die ich in Thailand, Kambodscha & Vietnam gelernt habe

Weltreise-Blog: Thailand, Kambodscha & Vietnam

Nachdem ich bereits meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus Indonesien und Malaysia geteilt habe, folgt hier nun der Südostasien-Teil 2 mit 10 Dingen, die ich in Thailand, Kambodscha und Vietnam gelernt habe. 

Erst einmal muss ich aber festhalten, dass ich es kaum glauben kann, dass nun bereits die Zusammenfassung unseres letzten Weltreise-Abschnittes folgt! Unglaublich, wie schnell dieses besondere Jahr und die Weltreise vorüber gegangen sind! 

Grenze zwischen China und Vietnam

#1 In Kambodscha & Vietnam gibt es Rechtsverkehr

Nach Neuseeland, Australien, Singapur, Indonesien, Malaysia und Thailand haben wir nicht schlecht gestaunt, als der Bus bei unserer Grenzüberquerung von Thailand nach Kambodschaauf einmal die Straßenseite wechselte. Durch die französische Kolonialisierung gibt es sowohl in Kambodscha als auch in Vietnam den uns vertrauen Rechtsverkehr, während die anderen oben genannten Länder von Großbritannien kolonialisiert wurden und daher Linksverkehr haben. 

Klingt logisch, hat uns aber trotzdem überrascht!

#2 Kambodscha ist „teuer“

Zugegeben, in Kambodscha haben wir lediglich einige Tage in Siam Reap verbracht, um die einmaligen Tempelanlagen von Angkor Wat zu erkunden. Da Angkor Wat dir Hauptattraktion des Landes ist, gehe ich davon aus, dass die Preise in anderen Teilen Kambodschas etwas niedriger sind. Trotzdem waren wir, und das obwohl wir aus dem generell touristischen Thailand kamen, über die Preise überrascht. Beim Essen gehen pro Person 5-8€ für eine Mahlzeit und ein Getränk zu zahlen, waren wir aus den anderen asiatischen Ländern nicht gewohnt. Auch der Eintrittspreis für Angkor Wat ist mit 62 USD für drei Tage für asiatische Verhältnisse recht hoch. Andere Reisende hatten den gleichen Eindruck und wir waren uns unsicher, ob es a Angkor Wat oder dem steigenden chinesischen Einfluss in Kambodscha liegt? 

#3 In Kambodscha wird in zwei Währungen bezahlt

Außerdem mussten wir uns in Kambodscha daran gewöhnen, dass es zwei verschiedene, gängige Währungen gibt: Den kambodschanischen Riel und den US-Dollar! Tatsächlich wird im Tagesgeschäft fast nur in USD gezahlt und auch alle Preise werden in USD angegeben. Beträge von unter 2 USD können hingegen nur in Riel gezahlt werden. Es braucht also zwei verschiedene Währungen, was uns manchmal etwas verwirrt hat. Generell haben wir aber fast alles in USD bezahlt. 

#4 Vietnam ist sauberer als alle anderen asiatischen Länder, die wir gesehen haben

Damit haben wir wirklich überhaupt nicht gerechnet! In allen anderen Ländern, in denen wir vorher waren, haben wir mehr Müll gesehen, als in Vietnam. Dabei hatten uns andere Reisende schon vorgewarnt, dass es in Vietnam besonders verfüllt sein sollte. Diesen Eindruck konnten wir tatsächlich überhaupt nicht bestätigen und waren sogar positiv überrascht, dass nicht nur an touristischen Orten auf Müllvermeidung geachtet wird. Selbst im wuseligen Hanoi, Vietnams Hauptstadt, haben wir vergleichsweise wenig Müll gesehen. 

#5 Vietnam hat die leckerste Küche unserer Weltreise

Die vietnamesische Küche hat uns mit ihrer kulinarischen Abwechslung absolut begeistert! Knusprige Reispfannkuchen mit Gemüse und Erdnussauce, gebratener Wasserspinat mit Knoblauch, Reisnudeln mit Gemüse und sehr viel Tofu… Das Essen in Vietnam ist nicht nur ein Fest für die Geschmackssinne, sondern auch ein kleines Paradies für VegetarierInnen! 

Wir haben uns wirklich jeden Tag auf das Essen in Vietnam gefreut und waren total überrascht, wie vielseitig die vietnamesische Küche ist. In Indonesien z.B. fanden wir die Küche zwar lecker, aber nicht so abwechslungsreich und hatten uns nach 4 Wochen Nasi Goreng total auf das indische Essen in Malaysia gefreut. 

Um noch tiefer in die Vielseitigkeit der vietnamesischen Küche einzutauchen, haben wir in Hoi an einen vegetarischen Kochkurs gemacht, den ich von ganzem Herzen empfehlen kann. 

Unser absoluter Vietnam-Favorit: Hoi An Crispy Pancakes, mit Salat und Gemüse in Reispapier aufrollen & mit Erdnusssauce genießen.

#6 Vietnam ist ein Land voller Gegensätze

Die Kultur Vietnams wurde von vielen verschiedenen Einflüssen geprägt. Ob China, Japan, Thailand, Frankreich oder zuletzt die USA – Vietnam hat erst sehr spät zu einer eigenen Verwaltung gefunden und sich von der Fremdbestimmung lösen können. Die ganzen unterschiedlichen Einflüsse machen Vietnam unglaublich vielseitig. Wir haben wunderschöne chinesische Laternen in Hoi An gesehen, eine beeindruckende Zitadelle in der Kaiserstadt Hué und einsame Bergdörfer im hohen Norden Vietnams. Außerdem haben wir die Ruhe in Sapa und Ninh Binh genossen und waren beeindruckt vom hektischen Gewusel in Hanois Straßen. Dann gibt es da noch die langen Sandstrände von Da Nang sowie christliche Kirchen oder buddhistische und chinesische Tempel. Den Süden Vietnams mit Ho Chi Minh, dem Mekong Delta und den Baderegionen haben wir leider aus Zeitigenden nicht gesehen.  All das macht Vietnam zu einem einzigartigen und abwechslungsreichen Land.  

#7 Und so sind auch wir voller Gegensätze

Achtung, jetzt wird’s philosophisch … 😀 Genau so, wie Vietnam seit jeher von anderen Ländern beeinflusst wurde, beeinflussen alle Menschen in unserem Umfeld uns natürlich auch. Mit ihnen machen wir Erfahrungen, die uns zu der Person machen, die wir sind. Würden wir auf andere Personen treffen, hätten wir andere Erfahrungen gemacht und würden manche Dinge vielleicht anders sehen oder machen. Ist das nicht spannend? Und auf der anderen Seite denke ich immer „Es kommt schon so, wie es kommen soll.“. 

Während der Weltreise habe ich vor allem sehr unterschiedliche Emotionen erlebt. Da war oft die Freude über das Erlebte und die Möglichkeit, diese Weltreise machen zu können, neben der Wehmut, dass dieser Lebensabschnitt irgendwann enden wird. Oder ich war unglaublich glücklich darüber, an einem bestimmten Ort zu sein und gleichzeitig habe ich unser Zuhause vermisst. Da habe ich einen herrlichen Tag am Strand genossen und war abends traurig, wenn ich in den Nachrichten Berichte zu Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeiten gesehen habe. Ich war glücklich über mein Leben und nach dem Austausch mit Locals habe ich mich fast ein bisschen geschämt, dass wir „aus der westlichen Welt“ so ein privilegiertes Leben leben und es einfach Zufall ist, dass ich nunmal in Deutschland und nicht in Indonesien geboren wurde.

Es geht im Leben glaube ich aber nicht darum, das Eine oder das Andere zu sein. Sondern die Gegensätze des Lebens zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. In meinen Augen ist nichts (oder nur sehr wenig) schwarz und weiß. Vor allem ist mir wichtig, mir meines Lebens und dessen Vorzügen bewusst zu sein und wo immer möglich dem eigenen Umfeld etwas von meinem Glück abzugeben. Denn ich weiß, dass all das sich jeden Tag ändern kann. 

#8 Thailand ist nicht das einzige schöne Land in Asien

Und in meinen Augen auch nicht das schönste Land Südostasiens. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich es ein wenig überbewertet finde. Verstehe mich bitte nicht falsch, Thailand ist ein tolles Reiseland und die Menschen sind wirklich sehr nett. Aber auch nicht unbedingt netter, als in Malaysia, Indonesien, Vietnam etc..! Wir haben in jedem Land sehr nette und herzliche Menschen kennengelernt und der Ruf des „Land des Lächelns“ eilt dennoch nur Thailand voraus. 

Auch hat uns in Thailand ein bisschen das Abenteuer gefehlt, ich glaube aber, dass viele andere Reisende Thailand gerade wegen der guten touristischen Infrastruktur und der Sicherheit so schätzen. In Indonesien oder Vietnam ist es minimal aufwändiger, von A nach B zu kommen. Uns hat das Abenteuer ein bisschen gefehlt, aber ich weiß auch, dass so eine Einschätzung sehr subjektiv ist.

#9 Im Norden von Thailand haben wir zu viel Zeit gehabt

Nachdem wir Mitte November von Vietnam nach Chiang Mai geflogen sind, hatten wir noch einen knappen Monat, bevor es von Bangkok nach Hause ging. 

Dieser Monat war tatsächlich der längste unserer Weltreise, da wir viel weniger zu tun hatten, als wir dachten. Gut, vielleicht kam auch eine gewisse Reisemüdigkeit hinzu und wenig Motivation, noch 15 Tempel zu besichtigen, nachdem wir seit mittlerweile 5 Monaten durch Asien reisen. 

So sind wir weder nach Chiang Rai, noch nach Pai gereist, weil wir einfach keine Lust mehr auf anstrengende Reisetage hatten. So haben wir im Norden Thailands eine Woche in Doi Saket, eine Woche in Chiang Mai, 2 Tage in Sukhothai, 3 Tage in Ayutthaya und eine knappe Woche in Bangkok verbracht. Die ganze Route hätte man locker in 2,5 Wochen geschafft und auch dann immer noch mal Zeit zum Entspannen gehabt…

#10 Irgendwann ist es auch mal gut mit dem Reisen

Ich hätte niemals gedacht, dass ich das mal sage. Aber durch die eher unspektakulären letzten Wochen in Thailand wurde eine innere Stimme immer lauter. Und sie sagte mehrfach pro Tag „Ich will nach Hause“. Das klingt jetzt so dramatisch, ist es aber gar nicht. Ohne Wehmut, ohne Trauer, ohne Tränen haben wir uns einfach unendlich auf das „Nach Hause kommen“ gefreut und dazu gehört auch die Akzeptanz, dass auch die schönste Reise irgendwann mal endet. Für uns war es nach 9 1/2 Monaten mehr als Zeit, nach Hause zu fliegen. Andere kommen schon nach ein paar Wochen / Monaten an diesen Punkt, andere erst nach fünf Jahren. Für uns war jetzt genau der richtige Zeitpunkt, nach Hause zu fliegen. Einen eigenen Blogbeitrag zum Nach-Hause-kommen werde ich in den nächsten Tagen schreiben. 

Kambodscha & Vietnam 2023

Angkor Wat, Kambodscha
Weltreise-Blog #13: Drei Tage in Angkor Wat
Landschaft am Ha Giang Loop, Vietnam
Vietnam: Das größte Abenteuer unserer Weltreise: Ha Giang Loop

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