Weltreise-Blog #6: Party in the USA?

Unser Roadtrip durch den Westen der USA neigt sich dem Ende zu und ich nutze die Gelegenheit, ein kleines Fazit zu ziehen. 

Wir hatten uns nach sieben Wochen in Mittelamerika wahnsinnig auf die USA gefreut, auf das „westliche Leben“, ein englisch-sprachiges Reiseland und die Flexibilität im Van. Das Straßenchaos Mittelamerikas hinter uns zu lassen und auf die Freiheit, die uns der Van bringen sollte. 

Uneingeschränkte Freiheit, so wie wir sie vom „Vanlife“ in Europa kennen, haben wir hier leider nicht gefunden. Dafür gab es einen teilweise gesperrten Highway Number one, schlechtes Wetter, einen klapprigen Campervan und überteuerte Stellplätze. Wir haben die Suche nach Stellplätzen als sehr aufwändig empfunden. Es gibt viele Apps und Internetseiten, über die man Plätze recherchieren kann, allerdings sind viele Informationen veraltet oder sogar falsch. 

Doofer Start für unseren Roadtrip: Straßensperrung auf dem Highway Number one in Kalifornien

Das liebe Geld

… ist in den USA irgendwie weniger Wert, als zuhause, dabei sagt der Dollar-Euro Kurs doch etwas anderes?? Spaß beiseite, die USA haben wir budget-technisch komplett unterschätzt. Wir wussten, dass es unser teuerstes Weltreise-Land wird, aber so teuer? Campingplätze kosten mindestens 40 Dollar, eher zwischen 50 und 80 Dollar (In Europa sind Campingplätze für 40 Euro schon teuer). Teilweise müssen dann noch extras wie Abwasser-Ablassen mit 10 USD extra berechnet. Tanken mussten wir fast jeden Tag. So läppern sich die Reisekosten und an einigen Tagen haben wir (inkl. der Miete pro Tag für den Van) über 400 USD ausgegeben! Damit hätten wir niemals gerechnet. Also mussten wir unsere Einstellung ändern, um uns nicht permanent über die Ausgaben zu ärgern: Wir haben nur noch das Nötigste gekauft/unternommen und die hohen Kosten schlichtweg hingenommen. Highlights wie das Monument Valley und den Bryce Canyon haben wir gestrichen, da sie weitere mehrere hundert Meilen und bestimmt zwei weitere Tankladungen bedeutet hätten. Eine bittere Pille, die wir aber einfach schlucken mussten. 

Nach dem Regen kommt der Sonnenschein

Unser Start in den Roadtrip durch den Westen der USA war also holprig. Wir haben erst angefangen, die Reise zu genießen, als wir Los Angeles hinter uns gelassen haben. Achtspurige Autobahnen, Staus, gesperrte Straßen und ein von Obdachlosen besiedelter Walk of Fame haben uns dazu bewogen, unsere Reisepläne zu ändern und nach nur drei Stunden Los Angeles  zu verlassen. 

Auf Los Angeles folgten lange Autofahrten durch eine Weite, wie man sie sich im Westen der USA vorstellt. Wir fuhren durch die riesige Mojave-Wüste, am Horizont ragten schneebedeckte Berge empor und gaben uns einen Vorgeschmack auf die Naturschauspiele, die uns in den nächsten Tagen erwarten sollten. 

Von Kingman fuhren wir auf die historische Route 66, unser erstes richtiges Highlight des Roadtrips. Die Landschaft ist wunderschön, jetzt im Frühjahr erblühten die Wüstenpflanzen in einem satten Grün mit gelben Wildblumen, ein Traum! Kilometerlange Cargo-Züge fahren neben der Straße entlang und einsame Ranches zieren die Landschaft. 

Route 66, USA
Endlose Weite auf der Route 66

USA-Roadtrip Highlight: Der Grand Canyon

Und dann standen wir endlich am South Rim des Grand Canyon! Uns fehlten die Worte. So groß habe ich mir den Grand Canyon nicht vorgestellt. Wir kamen am späten Nachmittag an und waren begeistert von den Formen, Schichten, dem Schattenspiel und den verschiedenen Farbtönen. Es folgten zwei schöne Tage mit Wanderungen entlang der Kante des Grand Canyons und in den Grand Canyon. Einen ausführlichen Bericht über unsere drei Tage am Grand Canyon findest du hier. 

Sonnenuntergang am Grand Canyon
Sonnenuntergang am Grand Canyon

Horseshoe Bend, Antelope Canyon & Zion Nationalpark

Weiter ging es nach Page, wo wir den Horseshoe Bend, die Toadstool Hoodoos und den berühmten Antelope Canyon besuchten. Was die Natur hier geschaffen hat, welch vielseitige Landschaft und beeindruckende Formationen, ist wirklich atemberaubend. In Page haben wir übrigens zwei Nächte auf dem Parkplatz der Supermarktkette Walmart geparkt, das ist auf einigen Walmart-Plätzen erlaubt und eine schöne Abwechslung zu den teuren Campingplätzen. 🙂

Von Page sind wir in die Nähe des Zion-Nationalparks gefahren, der mit seinen steilen Felswänden und schönen Wanderungen als der beliebteste Nationalpark Utahs gilt. Dementsprechend große Menschenmassen haben wir hier angetroffen und mussten doch tatsächlich beim Wandern im Stau stehen! Trotz der beeindruckenden Landschaften hat uns der Zion-Nationalpark daher nicht so gut gefallen. 

Horseshoe Bend, Page, Arizona
Horseshoe Bend
Antelope Canyon, Page, Arizona
Antelope Canyon
Toadstool Hoodoos, Page
Toadstool Hoodoos
Inklusive im America the Beautiful Pass: Zion Nationalpark, USA
Zion Nationalpark

Vegas, Baby

Nach den ganzen Naturerlebnissen haben wir einen völligen Kulturschock erlebt, als wir nach Las Vegas kamen. Bunte Lichter, riesige Kasinos und Hotels und Reklametafeln verschlugen uns die Sprache. Las Vegas ist viel: Viele Menschen, viele Eindrücke, viel Konsum. Eine ganz andere Welt, aber genau so haben wir uns Las Vegas vorgestellt. 

Tim hatte uns vor einigen Monaten eine Nacht im berühmten Caesars Palace Hotel gebucht und zu unserer großen Überraschung wurden wir in eine riesige Suite upgegraded! Diese ist größer als unsere Wohnung zuhause, mit sieben (!!!) Fernsehern und auf zwei Stockwerke aufgeteilt, wir waren – mal wieder – sprachlos. 

Ein bisschen Geld haben wir im Casino verspielt, uns die Wasserspiele vor dem Hotel Bellagio angeschaut und sind abends völlig erschöpft von all den Eindrücken in unser Kingsize-Bett gefallen. 

Las Vegas, USA
Casino in Las Vegas, USA
Casino im Ceasars Palace Hotel, Las Vegas
Wasserspiele vor dem Hotel Bellagio in Las Vegas
Wasserspiele vor dem Hotel Bellagio, Las Vegas

Wie geht es jetzt weiter?

Die letzten Tage des Roadtrips haben wir mit dem Rückweg in Richtung San Francisco verbracht. Der Yosemite-Nationalpark und der Sequoia-Nationalpark sind durch Winterschäden leider nicht befahrbar. 

So, das waren 17 Tage Roadtrip durch den Westen der USA im Schnelldurchlauf. What a crazy Ride! ca. 2300 Meilen (3.680 Kilometer) später sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise in San Francisco angekommen. Wir haben unser ursprünglich gesetztes Budget weit überschritten und müssen uns nun überlegen, wie es mit unserer Weltreise weiter geht. Können wir in ein weiteres teures Reiseziel wie Australien reisen oder fliegen wir früher als geplant nach Südostasien? Wir wissen noch nicht genau, wie es weiter geht. Müssen wir ja aber auch nicht. 😉 Erst einmal freuen wir uns jetzt auf ein absolutes Traumreiseziel: Hawaii! Und erholen uns von den langen Autofahrten und der ständigen Campingplatz-Suche. 

Los Angeles, USA

Es läuft einfach nicht immer alles rund auf Weltreise, so ist es im „richtigen“ Leben ja aber auch nicht. Rückschläge, Planänderungen, unerwartete Kosten gehören zum Reisealltag einfach dazu und dennoch möchten wir die Zeit in den USA nicht missen. Auch, wenn es nicht immer einfach war, sind wir froh, all diese Erfahrungen gemacht zu haben und daran zu wachsen. 

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